Sonnenbrille richtig wählen
Eine Sonnenbrille soll gegen Blendung helfen und die Augen vor UV-Strahlung schützen. Beides hängt nicht zusammen: Wie dunkel ein Glas ist, sagt wenig darüber, wie gut es UV-Licht abhält.
Kurz gesagt
Hier erfährst du, worauf du beim Kauf achten kannst: UV-Angabe, CE-Zeichen, Filterkategorien 0 bis 4, Tönung, Passform, Kinderbrillen und Autofahren.
Das sagt die Wissenschaft
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Entscheidend für den UV-Schutz ist die Kennzeichnung UV 400 oder 100 Prozent UV-Schutz. Sie bedeutet, dass die Gläser UV-Strahlung bis 400 Nanometer filtern. [1]
Belegstärke: gut belegt
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Dunkle Gläser, farbige Gläser, Verspiegelung und Polarisation sagen nichts über den UV-Schutz aus. Auch günstige Brillen können ausreichend schützen, wenn die UV-Angabe stimmt. [1]
Belegstärke: gut belegt
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Die Filterkategorie (0 bis 4) beschreibt, wie viel sichtbares Licht durch das Glas kommt, also den Blendschutz. Kategorie 0 lässt 80 bis 100 Prozent durch, Kategorie 3 lässt 8 bis 18 % durch, Kategorie 4 lässt 3 bis 8 % durch. [4]
Belegstärke: begrenzt belegt
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Gläser der Kategorie 4 sind für den Straßenverkehr nicht geeignet. [5]
Belegstärke: gut belegt
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Die Augenlinsen von Kindern lassen deutlich mehr UV-Strahlung durch als die Linsen von Erwachsenen. Beim UV-Schutz lohnt sich bei Kindern deshalb besondere Sorgfalt. [3]
Belegstärke: gut belegt
Das kannst du tun
Erst die UV-Angabe, dann alles andere
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, beim Kauf auf den Herstellerhinweis UV 400 zu achten und auf ausreichenden Seitenschutz. Laut BfS dürfen auch günstige Brillen seriöser Anbieter genügen, wenn sie diese Angabe tragen. Die American Academy of Ophthalmology (AAO) nennt außerdem 100 Prozent UV-Schutz und die Angabe UV-Absorption bis 400 nm als ausreichend.
Farbe, Dunkelheit und Preis sagen laut AAO nichts über die UV-Stärke. Das gilt auch für Verspiegelung. Polarisierte Gläser mindern Spiegelungen, bieten aber für sich genommen keinen UV-Schutz. Lies darum auch bei polarisierten Brillen das Etikett.
Das CE-Zeichen findest du meist innen am Bügel. Es gehört auf jede Sonnenbrille in der EU. Weil die Einhaltung nicht kontrolliert wird, sagt es allein wenig aus.
Filterkategorien 0 bis 4
Die Kategorie sagt, wie stark das Glas sichtbares Licht abschwächt. Je höher die Zahl, desto dunkler das Glas und desto stärker der Blendschutz. Mit dem UV-Schutz hat die Zahl nichts zu tun.
- Kategorie 0 (80 bis 100 Prozent Lichtdurchlass): sehr hell, eher für den Abend oder als modisches Glas.
- Kategorie 1 (43 bis 80 %): für bedeckte Tage.
- Kategorie 2 (18 bis 43 %): für den sommerlichen Alltag.
- Kategorie 3 (8 bis 18 %): für sonnige Urlaubstage, Strand und Berge.
- Kategorie 4 (3 bis 8 %): für extreme Bedingungen wie Hochgebirgstouren. Für den Straßenverkehr nicht geeignet.
Tönung, Passform und Autofahren
Braune und graue Gläser verfälschen Farben am wenigsten. Rote oder blaue Töne können den Seheindruck verändern. Gelbfilter-Brillen raten Fachleute laut ADAC wegen schlechterer Sicht in der Dämmerung ab.
Eine Brille, die eng am Gesicht sitzt und breite Bügel oder einen umlaufenden Schnitt hat, lässt weniger Licht von der Seite ans Auge. Die AAO empfiehlt dafür Wrap-around-Modelle. Ein Hut ergänzt die Brille.
Beim Fahren sind Kategorie 4 und Gelbfilter nicht geeignet. Gläser mit 25 % Lichtdurchlass oder weniger sollten laut ADAC in der Dämmerung und nachts nicht getragen werden. Der ADAC rät, dann ganz auf die Sonnenbrille zu verzichten.
Kinder
Für Kinder gelten laut Barmer die gleichen Kriterien wie für Erwachsene. Weil ihre Augen lichtempfindlicher sind, sollte die Brille eng am Gesicht sitzen. Das BfS weist darauf hin, dass die Linsen von Kindern deutlich mehr UV-Strahlung durchlassen als die von Erwachsenen.
Säuglinge sollen laut BfS nicht in direkte Sonne. Ob ein Baby eine Brille trägt, besprichst du mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Wann zur Augenärztin oder zum Augenarzt?
Eine Sonnenbrille ersetzt keine Untersuchung. Wenn du nach starker Sonne oder Schnee Beschwerden an den Augen hast, lass das augenärztlich abklären. Die Rufnummern gelten für Deutschland: Notruf 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
- Deine Augen brennen, tränen oder sind gerötet, nachdem du lange in starker Sonne oder im Schnee warst: Such zeitnah eine Augenarztpraxis auf, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 (dringend, kein Notfall).
- Du hast starke Schmerzen im Auge oder siehst plötzlich schlechter: Hol dir sofort Hilfe (Notfall: Notaufnahme oder Notruf 112).
- Du siehst Lichtblitze, einen Schatten oder wellige Linien: Hol dir sofort Hilfe (Notfall: Notaufnahme oder Notruf 112).
Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Hilfsmittel, die dabei praktisch sein können
Passend sind Sonnenbrillen mit UV-Kennzeichnung und Filterkategorie sowie Zubehör wie Etuis, mit denen die Brille geschützt bleibt. Wichtiger als jedes Produkt sind meist die Gewohnheiten oben.
Alle Empfehlungen zu diesem Anliegen
Quellen
- American Academy of Ophthalmology: How to Choose the Best Sunglasses to Avoid Sun Damage (öffnet in neuem Tab)
- Bundesamt für Strahlenschutz: Tipps zum UV-Schutz (öffnet in neuem Tab)
- Bundesamt für Strahlenschutz: Ist bei Kindern besondere Vorsicht geboten? (öffnet in neuem Tab)
- Barmer: Sonnenbrille und UV-Schutz (öffnet in neuem Tab)
- ADAC: Mit Sonnenbrille Auto fahren (öffnet in neuem Tab)
- American Academy of Ophthalmology: Should infants wear sunglasses? (öffnet in neuem Tab)
Zuletzt geprüft: 17.10.2026