Schreibtischlampe: Welches Licht passt

Wer abends am Schreibtisch liest oder arbeitet, fragt sich oft, welches Licht dafür taugt. Im Handel steht "augenschonend" auf vielen Leuchten; eine einheitliche Definition haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden.

Kurz gesagt

Dieser Text ordnet ein, was bei Helligkeit, Lichtfarbe, Flimmern und Blendung belegt ist und wo die Studienlage dünn bleibt.

Das sagt die Wissenschaft

  • Für Büroräume nennt die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 laut Forum Verlag eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux. Ältere Beschäftigte brauchen bei gleicher Sehaufgabe eventuell mehr Licht. [1]

    Belegstärke: begrenzt belegt

  • Nach der ASR A3.4 darf Lichtflimmern nicht zu Unfallgefahren oder Ermüdung führen. [2]

    Belegstärke: begrenzt belegt

  • Bei ruhigem Blick auf ruhige Gegenstände sieht man Flimmern laut TU Ilmenau nur unterhalb von etwa 90 Hz; bei Bewegung kann es auch darüber sichtbar werden (Stroboskopeffekt). Beschwerden sind bei empfindlichen Personen auch bis 200 Hz möglich, doch nur wenige Studien haben das bei LED untersucht. [2]

    Belegstärke: begrenzt belegt

  • Warmweiß heißt unter 3.300 Kelvin, neutralweiß 3.300 bis 5.000 Kelvin, tageslichtweiß über 5.000 Kelvin. Warmes Licht wirkt laut Baunetzwissen schon bei geringerer Beleuchtungsstärke behaglich; die Mindestwerte für Arbeitsplätze gelten davon unabhängig. [3]

    Belegstärke: begrenzt belegt

  • Eine zu helle oder zu dunkle Umgebung kann die Augen ermüden. [6]

    Belegstärke: begrenzt belegt

Das kannst du tun

Wie hell soll das Licht sein?

Lux misst, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt, zum Beispiel auf der Tischplatte. Für Büros nennt die ASR A3.4 mindestens 500 Lux. Für Bildschirmarbeit gibt die von uns geprüfte Quelle keinen eigenen Wert an.

Die Quelle sagt, dass Ältere bei gleicher Aufgabe eventuell mehr Licht brauchen, nennt aber keine Zahl. Eine Leselampe mit dimmbarer Helligkeit lässt sich darauf einstellen.

Lichtfarbe, Kelvin und Farbwiedergabe

Kelvin beschreibt die Lichtfarbe, nicht die Helligkeit. Neutralweißes Licht wirkt sachlich, warmweißes gemütlich. Dass eine bestimmte Lichtfarbe die Augen weniger ermüdet, haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Hier zählt vor allem, was sich für dich angenehm anfühlt.

Leuchten mit gleicher Farbtemperatur können Farben unterschiedlich wiedergeben. Wer auf Farben achten muss, etwa beim Zeichnen oder Nähen, sollte im Datenblatt den Wert zur Farbwiedergabe (CRI oder Ra) prüfen.

Flimmern, Blendung und Position

Wird eine LED mit konstantem Strom betrieben, flimmert sie nicht. Beim Dimmen per Pulsweitenmodulation kann sich Flimmern verstärken. Idealerweise stehen die Messwerte SVM und PstLM im Datenblatt der Leuchte (TU Ilmenau für die BG ETEM).

Zum Selbsttest schaust du etwa 30 Grad an der Lampe vorbei, denn dort ist das Auge besonders empfindlich für Flimmern. Kamerastreifen auf dem Handy sind dafür wenig aussagekräftig.

Gegen Blendung hilft nach Forum Verlag blendfreies Licht, das möglichst von der Seite und von oben kommt. Den Monitor stellst du quer zu Fenster und Deckenlicht, weil indirekte Beleuchtung Spiegelungen auf dem Bildschirm verursachen kann.

  • Alltagstipp: Lampe seitlich neben das Arbeitsfeld stellen, nicht in den Blick.
  • Bildschirmhelligkeit an den Raum angleichen: Nach der American Academy of Ophthalmology müssen die Augen mehr arbeiten, wenn der Bildschirm heller leuchtet als die Umgebung.
  • Datenblatt auf Flimmerwerte und Dimmart prüfen.

Wann zur Augenärztin oder zum Augenarzt?

Halten Beschwerden an, obwohl du Licht und Arbeitsplatz angepasst hast, kann die Augenarztpraxis weiterhelfen. Die Rufnummern gelten für Deutschland: Notruf 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

  • Du bemerkst plötzlich Lichtblitze, einen Schatten oder Vorhang im Blickfeld oder Sehverlust: Such sofort augenärztliche Hilfe (Notaufnahme oder Notruf 112).
  • Kopfschmerzen, brennende oder gerötete Augen oder verschwommenes Sehen kehren trotz besserem Licht immer wieder: Vereinbare einen Termin in der Augenarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten hilft der Bereitschaftsdienst 116117.
  • Licht löst bei dir regelmäßig Migräne aus: Besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Hilfsmittel, die dabei praktisch sein können

Passend sind Leuchten und Bildschirmzubehör sowie Brillenzubehör für den Arbeitsplatz. Achte auf Dimmbarkeit, Angaben zum Flimmern und eine blendarme Bauform. Wichtiger als jedes Produkt sind meist die Gewohnheiten oben.

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